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Fußball aktuell: Spiel- und Trainingsbetrieb im Winter

7 Tipps für die kalte Jahreszeit: Spielbetrieb & Rasenpflege | typische Rasenkrankheiten und deren Behandlung | Temperaturzähler 2018

klei sportplatz wintertipps 08Die Tage werden kürzer, Sonnenstunden bleiben immer häufiger aus - der Winter kündigt sich an und ist bereits hier und da in der Region Nordhessen, Meißner, Rhön und Sauerland zu spüren. Greenkeeper und Platzwarte die sich mit Sportrasen für die Nutzung Fußball (Naturrasen oder Hybridrasen) beschäftigen, wissen was es spätestens jetzt (!) zu beachten gilt. Hier die wichtigsten Tipps von Sebastian Leitner, Ihrem Berater rund um Sportplatzpflege, Rasenregeneration und Umbau:


1) Bereiten Sie Rasen und Hybridrasen mittels gezielter Düngung auf den Winter vor. Sportgräser benötigen ab Herbst mehr Kalium und nur noch eine reduzierte Stickstoffgabe, um wichtige Reservestoffe bilden zu können. Optimal vorbereitet haben Rasenkrankheiten wesentlich geringere Chancen sich auf Ihrem Spielfeld auszubreiten und Schaden anzurichten.

2) Kein Spielbetrieb bei Nässe und Frost. Sperren Sie Rasenspielfelder bei ungünstiger Witterung unbedingt, um unnötige Schäden zu vermeiden. Bei Frost wird nicht auf Rasen gespielt oder trainiert. Die Profis weichen auf Kunstrasen- oder Hartplätze aus, alternativ geht's auch mal in die Sporthalle.

3) Sperrungen und Spielabsagen zwischen November und Februar sind normal.

4) Sichern Sie Beregnungsanlagen vor Frost und entleeren Sie sonstige wasserführenden Leitungen im Außenbereich, sofern diese nicht frostsicher sind.

5) Überprüfen und reinigen Sie Entwässerungsanlagen, Rinnen etc., um deren Funktion zu gewährleisten, sonst drohen Staunässe und Wasserschäden.

6) Entfernen Sie regelmäßig das Laub vom Rasen, damit der Rasen möglichst lange noch viel Licht und Luft bekommt, und reduzieren Sie damit das Risiko der Entstehung von Rasenkrankheiten.

7) Planen Sie schon jetzt den Start im kommenden Frühjahr: ist der Rasenmäher ok? Sind die Messer geschärft? Dünger eingekauft? Frühjahrsaktion bestellt? In welchem Zustand befindet sich der Platz und steht evtl. ab Ende Mai eine Regenerationsmaßnahme an?

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Warum müssen wir im Winter besonders auf den Rasen achten?


Ein Rasenspielfeld besteht aus vielen einzelnen Pflanzen. In Deutschland finden wir mit den für uns wichtigen Arten Lolium und Poa, sowie Festuca und Agrostis, sogenannte Cool-season Gräser. Diese Gräser sind wie alle Pflanzen abhängig von den Wachstumsbedingungen um sie herum. Sie benötigen Sonnenlicht, Luft, Wasser, Nährstoffe und bestimmte Temperaturen. Sinkt die Temperatur unter 1 Grad Celsius, so findet z.B. kein Wurzelwachstum mehr statt. Das Sprosswachstum stellen die Gräser schon bei Temperaturen unter 5 °C ein. In der Praxis bedeutet das für uns, dass Ihr Rasenspielfeld bei Temperaturen unter 5 °C ganz einfach nicht mehr nachwächst.

Bei jeder Nutzung entstehen Schäden, welche die Gräser nun nicht mehr "auswachsen" können. Selbst die stärksten unter den sehr belastbaren Gräsern verfügen temperaturbedingt zwischen Ende November und Februar nicht mehr über ihr sonst so erstaunliches Regenerationspotential. Interessant ist übrigens auch, dass etwas ähnliches im Sommer geschieht. Ist es dauerhaft wärmer als 25 °C, gibt es kein nennenswertes Wurzelwachstum mehr. Steigt die Temperatur noch weiter, so bleibt ab 32 °C sogar das Sprosswachstum aus.

Aber zurück zu den kalten Temperaturen: lagert der Rasen keine Reservestoffe ein, hier ist besonders Kalium wichtig, so sind die Gräser anfälliger gegenüber Frostschäden. Kalium wirkt in der Pflanze wie ein Frostschutz. Schlecht versorgte Gräser können bei Temperaturen unter -6 °C absterben. Je nach Nährstoffeinlagerung überstehen gut versorgte Gräser auch deutlich niedrigere Temperaturen unbeschadet. Diese Gräser entwickeln sich dann im Frühjahr auch schneller, wodurch man einen gut gepflegten Platz im Frühjahr zeitig wieder nutzen kann, während beschädigte Spielfelder und Gräser, die unter erheblichem Nährstoffmangel leiden, teilweise erst mehrere Wochen später wird voll nutzbar sind.


(Quelle: Soil Temperature Chart. An under used turf management tool. http://www.bayercentral.com.au/Resources/pdf/soil%20temp_screen.pdf)


Den idealen Zeitpunkt für die erste Düngung nach dem Winter erfahren Sie wie immer in unserem Temperaturzähler* auf der Startseite oder hier am Ende des Artikels.

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Der Temperaturzähler ist eine Information für Kunden, Partner und Freunde der Friedrich Klei GmbH. Wir berechnen anhand von aktuellen Klimadaten regelmäßig ab dem 01.01.2018 die Summe der Tagesdurchschnittstemperatur. Diese Summe gibt Auskunft darüber, wann wir von einsetzendem Wurzelwachstum ausgehen können - und damit dem richtigen Zeitpunkt für die Startdüngung Ihres Sportrasens. Für welche Region dieser Wert Gültigkeit besitzt, erfahren Sie weiter unten.

 

Rasenkrankheiten verstehen - Prävention und Behandlung

Zu den in unserer Region am häufigsten anzutreffenden Krankheiten zählen die Rotspitzigkeit und der Schneeschimmel. Das Risiko einer Infektion lässt sich gut reduzieren.

Schneeschimmel - Microdochium nivale

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Symptome
Zunächst zeigen sich zunächst kleine, annähernd runde Flecke mit einem Durchmesser von circa 2,5 bis 5 cm, die unter ungünstigen Bedingungen bis auf 30 cm anwachsen und ineinander übergehen können. Besonders auffällig ist ein weißgrauer bis rötlicher Myzelbelag an den Gräsern.

Ursache
Der Schneeschimmel ist eine Nassfäule und zählt zu den am häufigsten auftretenden Rasenkrankheiten. Besonders anfällig sind schwächliche oder überdüngte Pflanzen auf verdichteten Böden. Die Krankheit entsteht meist ab September kann aber unter ungünstigen Bedingungen auch das ganze Jahr auftreten. Wie der Name sagt, wird sie durch eine lange Schneebedeckung gefördert, ist aber keine Winterkrankheit. Hohe Luftfeuchtigkeit bei milden bis kühlen Temperaturen fördert die Infektion.

Behandlung und Prävention
Wenn Sie einen Schneeschimmelbefall erkennen, kann man unter günstigen Witterungsbedingungen direkt dagegen vorgehen. Meistens fällt die Infektion jedoch erst im späten Herbst oder kurz nach dem Winter auf, dann heißt es leider: abwarten bis das Wachstum wieder einsetzt und wir die Gräser stärken können. Einen Befall rechen Sie am besten aus dem Rasen heraus und bringen Luft in die Schadstellen. Sanden und belüften Sie die Rasenfläche anschließend; stellen Sie sicher, dass die Fläche rasch abtrocknet, um einer erneuten Infektion vorzubeugen. Mit einer gezielten Nährstoffgabe werden die Gräser zum Wachstum angeregt und können die Lücken schnell schließen. Das alles geht jedoch nur mit entsprechender Temperatur. Zur Vorbeugung empfehlen wir in der Erhaltungs- und Regenerationspflege regelmäßig geeigneten Sand aufzubringen, sowie Verdichtungen zu beheben und für ausreichend Luft in der Rasentragschicht zu sorgen. Neben den besseren Spielbedingungen erzielen Sie einen gesünderen Rasen, der widerstandfähiger und optisch ansprechender ist.

Rotspitzigkeit - Corticium fuciforme

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Symptome
Erste Anzeichen sind unregelmäßig geformte Flecken mit teilweise abgestorbenem Gräsern, wobei der obere Teil des Blatts bereits rötlich gefärbt ist. Im Erkrankungsverlauf zeigt sich ein watteartiges rosafarbenes Myzel, das sich zu einem roten, geweihartigen Pilzgewebe entwickelt und die Blätter verklebt. Als anfällig für diese Krankheit gelten der Gewöhnliche Rot-Schwingel (Festuca rubra), Straußgräser (Agrostis), Rispengräser (Poa pratensis ) und Weidelgräser (Lolium) und damit alle typischen Cool-season-Gräser.

Ursache
Rotspitzigkeit ist eine weltweit auftretende Rasenkrankheit, die durch Pilzbefall (Laetisaria fuciformis, Corticium fuciforme) verursacht wird. Der Befall mit Rotspitzigkeit tritt meist nach feuchtwarmen Perioden von Juni bis Oktober auf. Erfahrungsgemäß entwickelt sich die Krankheit besonders nach Stresssituationen in Verbindung mit einer Mangelversorgung (Nährstoff oder/und Wasser). Dieser Mangel entsteht oft schon im Frühjahr und Frühsommer und wirkt sich dann auf die Krankheitsentwicklung im Sommer und Herbst aus.

Behandlung und Prävention
Rotspitzigkeit ist oft harmlos und die Gräser regenerieren sich nach einem Befall relativ rasch, sofern sie gut mit Nährstoffen versorgt werden. Rotspitzigkeit sollte jedoch als Indikator für einen Mangel ernst genommen werden, der auf ein erhöhtes Risiko weiterer Infektionen hinweist. Behandeln Sie deshalb die Rotspitzigkeit schnell und beugen anderen Krankheiten vor. Ist es erst zum Befall bekommen, können wir zunächst nur die Symptome behandeln und das geht so: je nach Jahreszeit geben Sie sofort einen passenden Dünger. Von Frühjahr bis Sommer sind stickstoffbetonte Langezeitdünger ideal, ab Spätsommer sollte besonders auf die Kaliumwerte geachtet werden, dafür darf es dann etwas weniger Stickstoff sein. Wenn der Rasen gut wächst, schneiden Sie ihn regelmäßig (2-3 mal pro Woche) und die unschönen hell-roten Flecken sind innerhalb weniger Wochen verschwunden. Vorbeugend sollten Sie ganzjährig eine fachgerechte Grundpflege (Mähen, Wässern, Düngen) gewährleisten und z.B. über eine regelmäßige Nachsaat widerstandsfähige und robuste Grassorten ansiedeln.

(Vgl.: INTERGREEN Minilexikon Rasen)

 

Temperaturzähler 2018

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Information für Kunden, Partner und Freunde der Friedrich Klei GmbH (gültig für die Region Nordhessen, Kreis Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Werra-Meißner, Kreis Waldeck, Hersfeld-Rotenburg, Landkreis Fulda, Südniedersachsen/Göttingen, angrenzend Thüringen):

Wann Sie die erste Düngung auf Ihrem Sportplatz ausführen können, erfahren Sie traditionell in unserem Temperatur-Zähler*. Wir führen für Sie Buch und starten gemeinsam mit Ihnen in die neue Rasenpflege-Saison. Sind 150-180 °C erreicht, können die Gräser wieder Nährstoffe aufnehmen! Sie benötigen den richtigen Dünger? Kein Problem, wir haben für jede Jahreszeit einen passenden Dünger auf Lager! 

 

61,7 °C

Stand 22.01.2018, Baunatal

*zählt die Tagesdurchschnittstemperaturen in Summe ab dem 01.01.2018