Sportplatzbau
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Stärken der Rasengräser werden oft unterschätzt

Leistung des Rasens abhängig von Artenzusammensetzung

Vitale Rasengräser wirken kühl und erfrischend, sie beeinflussen das Mikroklima nachhaltig durch die Fotosyntheseleistung, dabei wird Kohlendioxid verbraucht und Sauerstoff an die Umwelt abgegeben!

Die grasgrünen Rasennarben dienen einerseits durch die beruhigende Wirkung auf das menschliche Auge der Erholung und andererseits bieten sie die Voraussetzung für engagierte Sportaktivitäten oder den direkten Kontakt als Liegewiese. Insbesondere Fußballer Schätzen den Rasen als Spielbelag, auf dem sie grätschen und fallen können, ohne Verletzungen befürchten zu müssen.

Die Leistungskriterien einer Rasenfläche werden von den Eigenschaften der jeweiligen Gräserarten abgeleitet. Aus diesem Grund sollte bereits bei der Anlage des Rasens die spätere Hauptnutzung klar im Blickfeld stehen. So werden verschiedene Gräserarten für die unterschiedlichsten Funktionsbereiche eingesetzt.

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Abb.1: Dichte Rasennarbe als idealer Sportplatzbelag. Foto: K.G. Müller-Beck

Als aktive Vegetationsdecke, die möglichst während des gesamten Jahres einen Grünaspekt erhalten soll, beeinflusst der Rasen eine Reihe von umweltrelevanten Parametern, die auch dem Menschen zu Gute kommen.

Ein gut gepflegter dichter Rasen ist nicht nur das Aushängeschild des Sportvereins oder der kommunalen Grünflächenverwaltung sondern auch die Gewähr für eine positive Umweltwirkung. 

Bodenschutz vermindert Nitrateintrag

Die geschossene Pflanzendecke einer Haus- Park- oder Sportrasenfläche aus Gräsern und ggf. Kräutern, bewirkt eine wichtige Schutzfunktion für den Boden. Schadstoffe können weniger leicht in den Boden und damit in unser wertvolles Grundwasser eindringen, da sie von der Pflanzendecke zurückgehalten oder als Nährstoffe, z.B. Nitrat, aufgenommen werden können. So wird der Boden vor Erosion geschützt. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Eintrag von Nitrat unter Rasenflächen bei sachgemäßer Düngung zu vernachlässigen ist, da das fein verzweigte Wurzelwerk annähernd ganzjährig Nährstoffe aus dem Boden aufnimmt (HARDT, 1994).

Temperaturausgleich sorgt für Abkühlung

Eine Rasenfläche hat positive Wirkungen auf das Kleinklima der Umgebung! Die Rasendecke puffert durch die Evapotranspiration (Verdunstung) hohe Temperaturen ab. Durch die Spaltöffnungen der Gräserblätter wird Feuchtigkeit abgegeben, damit Verdunstungskälte zur Kühlung der Gräser entsteht. Damit verbessert sich auf Rasenflächen das Wohlbefinden der Menschen bei erhöhten Sommertemperaturen.

Sauerstoffproduktion liefert frische Luft

Rasengräser produzieren wertvollen Sauerstoff durch ihre Energiegewinnung mittels Fotosynthese. So sichern 250 Quadratmeter Rasenfläche in der Wachstumszeit den täglichen Sauerstoffbedarf einer vierköpfigen Familie. Dabei wird Kohlendioxid aus der Luft verbraucht und in der Biomasse gebunden, sodass man von einer CO2 senkenden Wirkung bei Rasenflächen sprechen kann.

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Abb.2: Eine vitale Rasennarbe bindet CO2 und produziert Sauerstoff, damit leistet sie einen positiven Einfluss auf Umweltfaktoren. Foto: K.G. Müller-Beck

Luftqualität wird verbessert

Die Rasenpflanzen verbrauchen bei der Fotosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), binden Staubpartikel in der Rasennarbe und tragen damit zu einer besseren Luftqualität der Umgebung bei. Dies ist in siedlungsnahen Räumen von besonderer Bedeutung für die Umwelt, insbesondere unter dem Aspekt einer hohen Feinstaubbelastung. In dieser Hinsicht zeigt sich der Naturasen dem Kunstrasen deutlich überlegen. Der Sportplatz in der Stadt wird zur grünen Lunge.

Wasserabfluss wird verringert

Eine Naturrasenfläche hat eine sehr wirksame Wasserrückhaltefähigkeit. Diese Eigenschaft reduziert den Oberflächenwasserabfluss, schont somit die Kanalisation und vermindert gleichzeitig die Erhöhung der Hochwassergefahr. Zudem wird das heute allgemein mit Nitrat belastete Niederschlagswasser gefiltert, da Nitrat von den Rasenpflanzen als Nährstoff aufgenommen wird.

Literatur

BEARD, J. B. and R. L. GREEN, 1994: The Role of Turfgrasses in Environmental Protection and their Benefits to Humans; Journal of Environmental Quality, Vol. 23.
HARDT, G., 1994: Einfluss von Stickstoff-Düngerform und N-Aufwand auf den N-Umsatz in Pflanze und Boden sowie auf die Narbenqualität eines Golfgrüns. Diss. Universität Hohenheim.