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Tipp vom Fachmann: Herbstbesandung

intergreen report 2017 02 herbstbesandung 01 ausbringung

In der professionellen Rasenpflege sind einige Maßnahmen im Herbst unverzichtbar. Unter Fachleuten wird z.B. über eine Herbstdüngung gar nicht diskutiert, man überlegt eher zu welchem genauen Zeitpunkt man diese ausführt, wie hoch die Nährstoffgabe ausfällt und ob evtl. eine Winterdüngung mit einplant werden muss.

Ganz ähnlich verhält es sich da mit einer Sandgabe im Herbst. Die Gründe dafür sind allerdings ganz verschieden: entweder es herrscht dringend Handlungsbedarf, ggf. durch hohe Regenwurmaktivität oder man konnte vielleicht in der Sommerpause nicht genügend Sand einbauen, da die Zeit oder die finanziellen Mittel nicht vorhanden waren.

Ein kurzer Grundlagen-Check: warum verwendet man überhaupt Sand in der Rasenpflege?

Sand ist auf fast allen Rasenplätzen ideal dazu geeignet, kleinere Unebenheiten auszugleichen. Die Vertiefungen werden ganz schlicht „aufgefüllt“. Zusätzlich ist ein Sand nur dann geeignet, wenn er auch wasserdurchlässig und verschleißfest ist. Dieser spezielle Sand erhält also die sportfunktionellen Eigenschaften ihres Spielfeldes, da der Sand als mineralischer Anteil einem zunehmenden organischen Feinanteil (welcher häuft nur gering wasserdurchlässig ist) entgegen wirkt. Es kommt also darauf an, dass man geeigneten Sand auswählt. Wir nennen diesen Sand häufig: „gewaschener Sand 0-2“ oder auch „0-4“. Die Zahlen geben die Korngröße in mm an, also von 0 bis 2 oder 4 mm. Er sollte weiterhin pH-Wert-neutral sind, keinen Ton- und Schluffanteil besitzen, dafür aber einen hohen Anteil an Fein- und Mittelsand.

Wie bringt man den Sand aus?

Am besten mit einem rasenbereiften Dosierstreuer, wie ihn alle INTERGREEN-Partnerbetriebe verwenden. Je nach Zustand des Platzes wird entweder die gesamte Fläche oder auch nur ein Teilbereich bearbeitet: z.B. die Mittelachse bzw. eben da wo Bedarf herrscht.

Was sollte man bezüglich der Menge beachten?

Vereinfacht gesagt: je mehr Sand eingearbeitet werden soll, umso länger ist der Platz danach gesperrt. 25-50 Tonnen Sand können häufig auch ohne zusätzliche Bodenbearbeitung ausgebracht werden. Dann dient diese Maßnahme dem Erhalt der Ebenheit, der Stabilisierung der Oberfläche und wirkt der zunehmenden organischen Substanz entgegen. Wird der Sand mittels Aerifizieren oder Tiefenlockerung eingearbeitet, können auch 75-100 Tonnen ausgebracht werden.

Was sind die Vorteile einer Sandgabe im Herbst?

Der Sand verhindert gerade im Herbst die Bildung einer oberflächigen „Schmierschicht“, einer Schicht aus abgestorbenem Pflanzenmaterial, Regenwurmlosung und Feinanteil aus der Rasentragschicht. Dazu sollten vor der Sandgabe je nach Zustand des Platzes Maßnahmen zum Filzabbau (Striegeln, Verticutieren) erfolgen.

Bei hoher Regenwurmaktivität wird der Sand teilweise schon auf natürlichem Wege eingearbeitet, was durchaus hilfreich ist. Die Regenwurmlosung wird dadurch in gewisser Weise abgemagert und kann im Frühjahr besser zerrieben werden.

Grundsätzlich ist Sand immer gut, da er richtig eingesetzt dazu beiträgt, die Qualität des Spielfeldes zu erhalten. Jedoch bedarf es immer einer genauen Bedarfsanalyse. Dabei wird festgestellt, wie viel und welcher Sand benötigt wird und ob eine bodenmechanische Bearbeitung in Verbindung mit der Sandgabe erfolgen sollte. Auf vielen Spielflächen ist eine Herbstmaßnahme mit Sandgabe sinnvoll, fragen Sie Ihren INTERGREEN-Fachberater um Rat, er wird den Bedarf bei einem Ortstermin gern ermitteln und Sie zu weiteren Pflegemaßnahmen beraten.

Autor: Dipl.-Ing. Sebastian Leitner, Bereichsleiter Sportplatzbau.