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Sportplatz aktuell 01/2019: Kunstrasen und die „sibirische Kältewelle“

Ein Kommentar von Sebastian Leitner. 25.01.2019

"Sibirische Kältewelle" oder einfach Winter.

Während man in einigen Medien kürzlich vor der „sibirischen Kältewelle“ warnte, musste man beim Blick auf die Wetterprognosen dann feststellen: ok, nachts zwischen -2 und -10 °C und tagsüber  ca. 1 bis -4 °C. Es ist Januar, ein Wintermonat, da ist sowas völlig normal.
Mit „Normal“ verkaufen sie aber nichts, es müssen bei manchen eben immer große Schlagzeilen sein. Bleiben wir sachlich und gehen einfach damit um, dass („plötzlich und unerwartet“) der Winter vor der Tür steht.

Frost und Schnee - da ist dann auch auf Kunstrasen Schluss.

Während viele Ämter, Sportler und Vereinsvorstände den „Verkaufsargumenten“ vom ganzjährig bespielbaren Kunststoffrasen Glauben schenken, wundern sich eben diese, warum im Winter auf einmal selbst der Kunstrasen gesperrt wird. Wie kann das sein? Meine Meinung sage ich Ihnen direkt: bei Frost und Schnee sollte man draußen keinen Sport wie Fußball betreiben. Egal welchen Sportbelag Sie haben, wenn er durchgefroren ist, hört der Spaß auf - und Sport sollte immer Spaß machen; nicht bloß reines Geschäft sein, wie man es oft im Profibereich erkennt. Ich wäre für einen Spielplan der mit der Natur verläuft und nicht gegen die Natur. Aber das ist nur meine eigene Meinung.

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Kunststoffrasen mit leichter Schneedecke. Noch keine Einschränkung der Nutzung. Foto: S. Leitner

Die Fakten: Kunstrasen ist frostsicher!

Sie können einen modernen Kunstrasen bei Frost bespielen. Die Kunststofffasern werden das überstehen. Dennoch sollte man auch die Herstellerhinweise beachten, welche besagen, dass man unnötige mechanische Belastung bei Frost vermeiden sollte. Das kann man nun auf die Pflege des Platzes oder aber auch auf den Spiel- und Trainingsbetrieb beziehen. Die Theorie jedenfalls lautet: Frost ist kein Problem. Warum wird dann aber auch der Kunstrasen im Winter teilweise gesperrt?

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Kein Grund zur Sorge, erst mehrere Zentimeter Schnee stellen ein Problem dar. Foto: S. Leitner

Das Hauptproblem: Eisbildung nach Schneefall.

Die Platzsperre betrifft den Kunststoffrasen im Winter dann, wenn Niederschläge die Oberfläche negativ beeinflussen. Wir sprechen hier von Eisregen oder Schnee. Liegt Schnee auf dem Kunstrasen, so wird dieser beim Bespielen zusammengepresst, in die Struktur des Kunstrasens hinein getreten und es kommt zur Eisbildung. Das Eis umschließt die Kunststofffasern, welche man dann beim Fußballspielen leicht aus der Kunstrasenmatte mit den Eisklumpen herausreißen könnte. Zusätzlich zählen gesundheitliche Risiken für die Sportler zu den Argumenten für die Platzsperrung. Der gefrorene Sportbelag bietet den Sportlern keinen ausreichenden Schutz mehr bei Stürzen, denn er verliert u.a. seine guten Kraftabbauwerte.  

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Erste Eisbildung tritt ein, einige Fasern sind bereits von kleinen Eisteilchen umschlossen. Foto: S. Leitner

Schnee kann man theoretisch abräumen.

Um die Eisbildung nach Schneefall zu vermeiden, könnte man den Schnee vom Platz schieben. Theoretisch ja. In der Praxis lautet mein Rat: lassen Sie es sein. Warum? Ganz einfach: wohin mit einer Schneedecke in 4-5 cm Höhe, die auf 7000 qm Fläche gefallen ist? Das sind dann nämlich schnell über 200 cbm Schnee und dazu kommt noch, dass Sie beim Abräumen wahrscheinlich teures Kunststoffgranulat (Infill-Material) vom Platz schieben und verlieren. Abtauen mittels Streusalz kann schon aus ökologischen Gründen keine Alternative sein und im Amateurbereich gilt meiner Meinung nach das Gleiche für eine (Kunst-)-„Rasenheizung“.

Mit anstatt gegen die Natur.

Das ist mein abschließender Rat und Wunsch. Wenn wir wie in der Bundesliga, unterstützt durch alle möglichen technischen Mittel, bei Wind und Wetter draußen Fußballspiele ermöglichen, richtet sich unser Verhalten gegen die natürlichen Bedingungen und damit gegen die Natur. Da wir Teil der Natur sind, agieren wir damit auch ein Stück weit gegen uns selbst. Es ist technisch zwar möglich, bei -20 °C Bedingungen zu schaffen, unter denen Sie gut Fußball spielen können - aber ist sowas wirklich noch sinnvoll? Ist ein Spiel im Frühsommer oder Sommer nicht viel angenehmer für alle? Für die Spieler, Betreuer und auch die Zuschauer. Wenn alle Spaß haben und gern Ihr Sportgelände besuchen, ist das Spiel grundsätzlich ein Erfolg, ganz egal wie das Ergebnis nach 90 min lautet.

Sportplätze werden bei Frost und Schnee gesperrt.

So lautet das simple Fazit. Alles andere funktioniert nur mit entsprechenden Heizungen, Abtaumitteln oder indem man Schäden und Verletzungen in Kauf nimmt. Die bessere Alternative ist: die wenigen Wintertage einfach bewusst genießen, abwarten bis es wärmer wird und sich für den Spielbeginn mit anderen Aktivitäten fit halten. Nutzen Sie die Zeit doch z.B. gezielt für Ausdauer- und Krafteinheiten oder fördern den Teamgeist abseits vom Sportplatz durch spezielle Übungen und Workshops.

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