Kinderfußball: Neue Spielformen Pflicht

Kinderfußball: Neue Spielformen Pflicht

Reform weckt und fördert Talente über Spaß am Spiel

Der DFB-Bundestag hat 2022 beschlossen, die Spielformen der G-, F- und E-Jugend zu verändern. Dadurch profitieren die Altersklassen U6/U7, U8/U9 und U10/U11 ab der Saison 2024/2025 von einem grundlegenden Update des Regelwerks. Der DFB will im Kinderfußball "mehr Spaß, weniger Leistungsdruck und einen besseren Schutz der Gesundheit"  ermöglichen.

Die Mannschaften werden kleiner, die Spielfeldgröße reduziert und es wird keinen klassischen Ligabetrieb in den Altersgruppen mehr geben. Das bedeutet, dass ab der Saison 2024/2025 tatsächlich in den oben genannten Altersgruppen keine Spiele mehr im üblichen Format angesetzt werden.

Kindgerechtes Spielkonzept

Ronny Zimmermann, zuständiger DFB-Vizepräsident für Kinder- und Jugendfußball, sagt: "Die neuen Spielformen sollen allen auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance geben, den Ball selbst am Fuß zu haben. Sie sollen aktiv am Spiel teilnehmen und möglichst viele Tore schießen. Deshalb wird auf kleinere Teams, viel Abwechslung und zum Teil vier Tore gesetzt."  Durch die Umstellung wird es den Kindern ermöglicht, mehr den eigentlichen Fußball und das für den Umgang mit dem Ball benötigte Können zu erlernen, als zu früh mit Taktik und Spielpositionen konfrontiert und überfordert zu werden.

Die neuen Regeln sorgen außerdem dafür, dass das Kopfballspiel vermieden wird: Einwurf und Abstoß werden durch Eindribbeln ersetzt und es soll kaum noch Abschläge durch Torhüter geben. Die kleinen Spielfelder unterstützen das Ziel Kopfverletzungen effektiv zu vermeiden.

Spielformen nach Altersgruppe

Die G-Jugend spielt zukünftig 2 gegen 2 oder 3 gegen 3. Die Spielfeldgröße beträgt dabei ca. 20 x 16 m bzw. 25 x 20 m. Es werden jeweils 4 Minitore in max. 2 x 1,2 m Größe verwendet. Es gibt keinen Torwart.

Die F-Jugend spielt 3 gegen 3, 4 gegen 4 oder 5 gegen 5. Die Spielfeldgrößen betragen dabei wieder ca. 25 x 20 m bei 3 gegen 3 und bei 4 gegen 4 und 5 gegen 5 etwa 40 x 25 m. In allen Varianten können wieder 4 Minitore eingesetzt werden. Ab 4 gegen 4 kann jedoch optional auf 2 Kleinfeldtore im Maß 5 x 2 m gewechselt werden und ab diesem Modus kann auch bereits mit Torwart gespielt werden.

Die E-Jugend spielt ab der Saison 2024/2025 4 gegen 4, 6 gegen 6 oder 7 gegen 7. Die Spielfeldgrößen gelten wie in den Varianten der F-Jugend in gleicher Spieleranzahl. Bei 7 gegen 7 ist das Spielfeld dann allerdings auf rund 55 x 35 m zu vergrößern. Ab 7 gegen 7 wird fest mit Torwart und 2 Kleinfeldtoren gespielt der Größe 5 x 2 m gespielt.

Verwirrung um die Schusszone bzw. Trefferwertung

Zusätzlich zu der Möglichkeit auf Mini- oder Kleinfeldtore und mit oder ohne Torwart zu spielen, ändert sich je nach Auswahl die Trefferwertung bzw. die Schusszone. Lediglich ab 7 gegen 7 zählen Treffer aus dem gesamten Spielfeld. In allen anderen Varianten unterscheidet man meistens zwischen Trefferwertung ab der Mittellinie bei Einsatz eines Torwartes und ohne Torwart gilt die sogenannte 6-m-Schusszone. Nur bei der G-Jugend im Modus 2 gegen 2 zählt der Treffer bereits ab der Mittellinie. Die Regeln wirken auf den ersten Blick verwirrend, ergeben aber Sinn, sobald man versteht, dass die Förderung des fußballerischen Geschicks der Kinder nun im Fokus steht. Die Spielregeln können Sie z.B. bei DFB hier und bei Schäper Sportgeräte hier nachlesen.

Fazit: mehr Bolzplatz-Spaß statt Taktik

Die Änderungen der Kinderfußballregeln sind zeitgemäß und haben großes Potential: Talente werden über den Spaß am Spiel gaeweckt und gefördert. Im Fokus steht das klassische Kicken mit mehr Freiheit bei den Spielformen und weniger Erfolgsdruck. Spielzüge und Mannschaftsaufstellungen lernen die Kinder in höheren Altersgruppen noch früh genug, nachdem die Basics dank der neuen Regeln erfolgreich erlernt wurden. 

Autor:
Sebastian Leitner
Dipl.-Ing. Landschaftsplanung